Ente, Tod

und Tulpe

 

von Nora Dirisamer nach Wolf Erlbruch

Poetisches Figurentheaterstück über das Leben für Erwachsene und Kinder ab 6

 

Regie: Jutta Schubert / Figurenspieler und Darsteller: Horst Emrich

 

Ein Figurentheaterstück über Angst, Freundschaft, Abschied und Trauer.

Zufrieden am Teich lebt Ente und liebt die Freiheit und die Natur und hat einen geregelten Tagesablauf. Eines Tages fühlt Ente sich beobachtet und verfolgt. Und tatsächlich! Kaum dreht Ente sich um, sieht sie eine fremde Gestalt vor sich stehen. ENTE: „Wer bist du?“ - TOD: „Ich bin der Tod.“ - ENTE: »Ich hab mir dich immer ganz anders vorgestellt. Mehr so als Fuchs.« Ente findet Tod eigentlich ganz nett. Und so beginnt eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen den Beiden unterschiedlichen Wesen. Sie lernen sich und das Leben besser kennen und zeigen uns dabei, was lebens- und liebenswert ist.

Jutta Schubert hat die preisgekrönte Bilderbuch Vorlage von Wolf Erlbruch in der Bearbeitung von Nora Dirisamer als perfekte Mischung aus Figurentheater und Schauspiel inszeniert. Der Darsteller Horst Emrich verkörpert TOD und animiert als visierter Figurenspieler gleichzeitig ENTE. Das Bühnenbild, besehend aus einfachen Requisiten, bietet viel Freiraum für die eigene Fantasie. Die Magie des Theater entfaltet sich in diesen kurzweiligen 40 Minuten und wir tauchen mit ENTE in deren poetische Welt ein. TOD bietet mit seinen philosophischen Antworten auf ENTEs Fragen, Trost und Hoffnung. ENTE befindet sich in alltäglichen Alltäglichkeiten und erst als ENTE TOD realisiert, wird jeder Tag etwas besonderes. Mit viel Humor und Leichtigkeit bietet das generationsübergreifende Figurentheaterstück Ente, Tod und Tulpe eine sehr gute Basis, um die großen Fragen des Lebens anzusprechen, welche nicht nur Kinder beschäftigen.

Unsere Bühnenfassung thematisiert auf eine leichte und humorvolle Weise die Themen Einsamkeit, Freundschaft, Lebensfreude, Verlust, Trauer, Abschied, Umgang mit Ängsten und Konfrontation mit Vergänglichkeit. Die Ente begegnet dem Tod und beide werden Freunde und lernen voneinander. Eine sinnliche Geschichte über den ewigen Zyklus der Veränderung.

Gefördert von: kaba-reh production / Maria-Wimmer-Stiftung, München / Kulturamt der Landeshauptstadt Stuttgart / Stiftung Landesbank Baden-Württemberg.

Rezession

Die Geschichte über eine besondere Freundschaft

Und wenn das Publikum ins Theater kommt, sitzt TOD schon auf einer Leiter und unterhält sich mit ENTE. Einer Handfigur, die von Horst Emrich animiert wird. Animieren heißt ja beseelen und später wird TOD auch den Protagonisten der Geschichte, eine kleine Plüschente, beseelen. Sobald das Publikum sitzt, fragt ENTE: „Sind alle da?“ und wie aus einem Mund ertönt es aus dem Publikum: „Ja!“. „Dann können wir ja anfangen“ kontert ENTE und verhandelt noch kurz mit TOD, wer von beiden die Geschichte über ENTE erzählt und verschwindet dann. Somit ist von Anfang an klar, hier wird eine Geschichte über ENTE erzählt.

Eine Geschichte über Ente, Tod und Tulpe, über das Abschiednehmen, Sterben und vor allem über das Leben und eine besondere Freundschaft.

Eine minimalistische Bühne, bestehend aus einem grünem Rasen und zwei grünen Leitern, sowie ein Brett und im Hintergrund ein gemusterter handgefertigter Stoffhänger, der bei jedem Menschen andere Assoziationen wachruft. Eine Landschaft, die zum Träumen einlädt und somit den Grundcharakter diese Theaterstückes wiedergibt. In unserer Fantasie erschaffen wir uns unsere eigene Welt, in der wir jeden Tag leben, immer wieder neu. Dabei ist vieles war wir täglich tun so selbstverständlich, dass wir dem keine Bedeutung mehr beimessen.

Nach dem Aufwachen von ENTE und pflichtbewusster Morgengymnastik, wird erst mal ausgiebig gründelt. Wunderbar einfach dargestellt der See als blaues Tuch. Beim Kraulen auf dem Rücken bemerkt ENTE, dass da noch jemand ist. Und als die Person sich als TOD vorstellt, denkt ENTE, die letzte Stunde hat geschlagen. Doch siehe da, ENTE freundet sich vorsichtig mit TOD an. Alles bleibt wie gehabt und am nächsten Tag scheint auch wieder die Sonne. ENTE ist nicht gestorben und ist dankbar für das Leben.

Ab sofort möchte ENTE jeden Tag etwas Besonders machen. Zum Beispiel auf einen Baum klettern, auch wenn sich da sonderbare Gedanken einstellen. Was passiert, wenn ENTE tot ist, was wird aus dem Teich? Und gibt es eine Hölle und einen Himmel? Und warum muss man überhaupt sterben? Viele Fragen auf die TOD es gut versteht, mit Gleichnissen und in philosophischen Ansätzen Antworten zu geben, welche zum Nachdenken anregen, sowie Trost und Hoffnung spenden.

ENTE erkennt, dass TOD nicht alles weiß und eigentlich ganz nett ist. Und aus Angst und Misstrauen entwickelt sich langsam eine Freundschaft, die die Beziehung zwischen beiden verändert. ENTE versuchte zwar anfangs immer wieder vor TOD zu flüchten, dabei entstehen urkomische Slapstick Situationen, doch dann erleben beide kuriose und witzige Dinge. Sie werden Freunde. Bei dem Versuch das Geheimnis des Sterbens zu verstehen, kommt der ewige Kreislauf der Dinge ins Gespräch. Zum Beispiel die Tulpe, die aufblüht, um wieder zu verwelken, der Herbst als Ernte des Lebens oder die ewige Wanderung des Wassertropfens zwischen Himmel und Erde als Regen. Bilder, die Gewissheit geben, dass nichts umsonst ist, dass alles einen Sinn hat. Und ENTE bekommt immer mehr Vertrauen in das Leben und in das Streben.

TOD wird liebevolle, warmherzig, einfühlsam und vertrauensvoll von Horst Emrich dargestellt. Und der Schauspieler alias TOD versteht es gekonnt, diesem kleinem zarten Plüschtier ENTE Leben einzuhauchen. Da wir selbst in die Welt von ENTE eingetaucht sind, Wolkenbilder gesehen, Glühwürmchen besungen und Sternbilder gedeutet haben, ist es kein Wunder, dass uns sehr berührt, wenn am Schluss ENTE stirbt. Ein besonderer magischer Moment im Theater entsteht. Auch weil TOD ein Puppenspieler ist, der ENTE nun nicht mehr weiter animiert. Alle fühlen mit und Kinder kuscheln sich an Eltern oder Freunde.

Nachdem sich TOD von ENTE durch eine sehr schöne Parabel vom Wassertropfen verabschiedet hat, kommt die ENTE vom Anfang wieder ins Spiel und schließt den Kreis der Geschichte. Und auch wenn jetzt TOD nun fast etwas traurig ist, meint ENTE: „Aber so ist das Leben“. Am Ende wünscht sich ENTE, dass alle mal wieder ins Theater kommen. Vielleicht, um sich die Geschichte noch einmal anzuschauen. Ein weiterer Kreislauf beginnt, das Ende ist ein neuer Anfang. Diese Geschichte über Angst, Freundschaft, Abschied und Trauer ist zwar für Kinder gedacht, aber genauso gut für Erwachsene geeignet. Ein Theatererlebnis, einfühlsam, leicht und berührend und sehr empfehlenswert. 14-10-18 H.K.E.

Nachbereitung und Feed Back

Die Vorstellung am 28. Oktober fand vor ausverkauften Haus statt. Viele der Gäste kamen nicht nur aus Stuttgart, Sie haben sich im Internet informiert und kamen gezielt zu dem Theaterstück „Ente, Tod und Tulpe“. Alle Kinder und Erwachsenen waren rege am Spiel beteiligt, so dass es viele Reaktionen gab, viel Gelächter und auch Zwischenrufe. Sowie Ergänzungen und gute Ratschlägen: „Wenn der Tod nicht ins Wasser will, dann komme ich mit, denn ich kann schwimmen.“ Oder, als ENTE vor lauter Gedanken nicht schlafen kann: „Nun Schlaf doch endlich ein.“ und  „Wenn dir kalt ist, dann rutsch doch unter die Decke!“. Auch gab es eigene Deutungen für die Wolkenbilder, welche TOD und ENTE in der Wolke sahen. In der anschließenden Nachbereitung, die mit 40 Minuten genauso lang war, wie das Theaterstück, wurden sehr viele Fragen gestellt. Die Kinder waren sehr lebendig und neugierig. „Warum hast du dir dieses Theaterstück ausgewählt? Wie war es für dich den Tod zu spielen? Wie schaffst du es den beiden unterschiedliche Stimmen zu geben? Warum ist die Ente gestorben? War sie krank oder schon alt?“

Die Kinder haben sich für das wunderschöne Theaterstück bedankt und dafür, dass Horst Emrich es toll gespielt hat.

Ein Erwachsener sagte: "Ich wollte immer auf TOD schauen, aber ENTE hat mich in Bann gezogen. Ich habe TOD völlig vergessen, da ENTE so lebendig gespielt war."

Die Erwachsen fanden die Offenheit der Kinder sensationell und waren sowohl von der Aufführung, als auch von der sensiblen Nachbereitung sehr beeindruckt. Jemand sagte: „Wir möchten uns für beides bedanken und wir nehmen vieles mit Nachhause. Das Theaterstück ist leicht und witzig und man hat gar keine Angst vor dem Tod, im Gegenteil TOD wird vertrauensvoll, einfühlsam und sehr warm dargestellt. Danke.“

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